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Branchenperspektiven

Die beeindruckende Malle-Gesellschaft: Heiliger Elefantentanz der Kpwe und benachbarter Clans (Teil 1)

Camsol · · 1 Min. Lesezeit

Im Schatten des Mount Cameroon pflegen die Bakweri (auch als Kpwe bekannt) eine atemberaubende Tradition, die nur wenige Außenstehende je miterleben. Die Malle-Gesellschaft (auch Maale geschrieben) ist eine heilige Geheimgesellschaft, die vor allem für ihren dramatischen „Elefantentanz” namens Veambe bekannt ist. Diese Gesellschaft war seit jeher eine tragende Säule der Bakweri-Kultur - eine von mehreren traditionellen Versammlungen, die Dörfer vereinten, gemeinschaftliche Ziele setzten und in vergangenen Zeiten Probleme lösten.

Was die Malle so faszinierend macht, ist ihre mystische Verbindung zum Elefanten, einem Tier, das als mächtiges spirituelles Symbol verehrt wird. Den Mitgliedern der Malle wird nachgesagt, eine übernatürliche Bindung zu Elefanten zu besitzen - sie behaupten sogar, geistige Elefanten-„Doppelgänger” zu haben, die durch den Wald streifen. Der Überlieferung zufolge könnte sich ein Mann der Gesellschaft spirituell in einen Elefanten verwandeln oder einen solchen kontrollieren - doch wenn dieser Elefant von einem Jäger erlegt wird, könnte der Mann selbst plötzlich sterben.

Mythische Ursprünge: Die Legende von Lisonge Maytey

Jede große Tradition hat eine Geschichte über ihren Ursprung. Bakweri-Älteste berichten von einem dramatischen Entstehungsmythos der Malle-Gesellschaft durch die Erzählung von Lisonge Maytey. Maytey war angeblich ein wohlhabender Mann aus der Bomboko-Region, bekannt für sein leichtsinniges Glücksspiel. Sein Glück wendete sich so sehr, dass er seinen gesamten Reichtum verspielte - sogar seine drei Ehefrauen. Überwältigt von Scham floh Maytey tief in den Wald und verschwand aus seinem Dorf.

Doch Mayteys Exil war nicht das Ende seiner Geschichte, sondern der Anfang der Malle. Allein im Regenwald erlebte er eine tiefgreifende Vision. Die Geister der Vorfahren offenbarten ihm geheimes Wissen und verliehen ihm Kräfte, die eine neue heilige Gesellschaft begründen sollten. Maytey fand schließlich zu menschlichen Pfaden zurück und wurde von seinen erstaunten Dorfbewohnern wiederentdeckt. Weit davon entfernt, der geschmähte Spieler zu sein, der gegangen war, kehrte er als verwandelter Mann zurück - ausgestattet mit übernatürlicher Einsicht und einer Mission.

Der Begriff Maale selbst bedeutet in der Mokpwe-Sprache „Zusammenkunft der Dörfer” und spiegelt wider, wie die Gesellschaft Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften zusammenbringt.

Der Veambe-Elefantentanz: Prunk und Symbolik

An besonderen Festtagen zeigt sich die Malle-Gesellschaft der Öffentlichkeit auf spektakuläre Weise. Der Veambe-Tanz ist ein jährliches Ritual, das im Wechsel zwischen verschiedenen Dörfern stattfindet, die Mitglieder aus dem gesamten Bakweri-Clan zu Festmahl, Musik und Tanz empfangen.

Kostüme und Prozession

Am Morgen versammeln sich Dorfbewohner und Besucher, wenn die Malle-Mitglieder in einer farbenprächtigen Prozession erscheinen. Die Männer der Gesellschaft sind in lebhaften traditionellen Gewändern gekleidet. Sie wickeln gemusterte Tücher um Kopf und Hüften, doch ein Großteil ihres Körpers ist unbedeckt und mit roter Camwood-Erde bestrichen, geschmückt mit frischen grünen Blättern und Waldranken. In geschlungenen Reihen schlängeln sich die Tänzer durch das Dorf, synchron zum unablässigen Trommelrhythmus. Diese schlängelnde Formation soll die Bewegung einer Elefantenherde nachahmen, die durch den Busch zieht.

Die Elefanten-Maskerade

Nach der ersten Prozession steigert sich die Energie hin zum wahrhaft atemberaubenden Spektakel - dem Auftritt der Elefanten. Jeder „Elefanten”-Tänzer ist vollständig in einem aufwendigen Kostüm verborgen. Von der Hüfte abwärts tragen sie einen riesigen Rock aus Palmwedeln. Von den Schultern aufwärts ist der Tänzer vollständig unter einer weiten Haube aus Sackleinen verborgen, die dicht mit Raffia-Palmfasern bedeckt ist. Aus diesem Raffia-Kopf ragen ein Paar lange Holzstoßzähne hervor, geschnitzt aus Eisenholz und glänzend poliert.

Zum Dröhnen der Trommeln beginnen die Maskentänzer ihren Tanz. Sie bewegen sich mit schwerem, stampfendem Gang. Um ihre Knöchel sind Schnüre aus Nussschalen gebunden, die bei jedem Auftreten des Fußes rhythmisch klappern und rasseln. Erfahrene Gesellschaftsmitglieder treten als Jäger mit Speeren oder nachgemachten Gewehren in das Geschehen ein. Plötzlich dreht sich ein Elefant um und stürmt vor, rast in einem Scheinangriff auf die Jäger zu. Die „Jäger” zerstreuen sich unter dem Kreischen und Gelächter der Zuschauer.

Durch den Veambe-Elefantentanz erlebt die Gemeinschaft symbolisch eine uralte Beziehung zur Natur - sie ehrt die Stärke des Elefanten und würdigt zugleich die seit Menschengedenken bestehende Jagd auf das Tier.

Nachdem die Elefanten-Maskentänzer pausieren, sorgt Moseke, der Clown der Gesellschaft, für eine heitere Einlage. Er erscheint in einem Netzkostüm mit komisch übergroßen gelben Früchten als Augen. Eine weitere bemerkenswerte Figur ist Ekpang’a Teta, der als „Polizist” der Veranstaltung mit einer furchteinflößenden Holzmaske und heiliger „Medizin” auftritt.

Am Ende des Tages kehren die Elefanten für einige letzte triumphale Schritte zurück, und die Malle-Mitglieder ziehen sich zu einem privaten Festmahl zurück. Für die Dorfbewohner, die zugeschaut haben, ist der Veambe-Tanz ein aufregendes und unvergessliches Erlebnis - Kulturerbe zum Leben erweckt.

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Tobias

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